So findest du 2020 deinen ersten Massage-Kunden


Du bist in der Ausbildung oder hast deine Ausbildung beendet? Wie findest du nun deinen ersten Kunden?

 

· Warten, bis der erste Kunde an deine Tür klopft?

· Große Anzeigen schalten?

· Wild und überall Werbeflyer verteilen?

· Jeden Menschen auf der Straße ansprechen?

 

Hm, ob das wirklich langfristig deine Massageliege auslastet, ist fraglich.

 

Wie also legst du gezielt und vor allem kostengünstig und nervensparend los?

 

Ich zeige dir leicht umsetzbare und wirkungsvolle Aktionen.


1) So wird dein Übungskunde zum treuen Stammkunden.

Meine Ausbildungsteilnehmer brauchen ohne eine bestimmte Anzahl an Übungsmassagen gar nicht zur Prüfung anzutreten. 😊 Ja, im Ernst und so stellen sich neben der Routine, Sicherheit und Erfolgserlebnissen auch die ersten (Stamm)Kunden fast wie von selbst ein.

 

Das Sprichwort: "Übung macht den Meister!", solltest du wortwörtlich nehmen. Sind solche Übungsmassagen nicht Teil deiner Ausbildung gewesen, na dann machst du es eben nach deiner Ausbildung!

Ja, aber wie finde ich Freiwillige?

Sprich Menschen in deinem Umfeld an: 

 

· Kollegen,
· Familie,
· Freunde,
· Nachbarn.

 

Oder, nutze für solche „Sonderangebote“ die Stories von Facebook und Co. So erreichst du deine Kontakte, die dich bestenfalls an ihre Freunde weiterempfehlen. Sag's gleich dazu. Weiterempfehlen ist ausdrücklich erwünscht. 

 

Ich finde zum Erstellen die Stories von Instagram super, weil's da einfach mehr Möglichkeiten gibt.

 

Beispiel: Mach ein Bild von deiner Massage-Liege. Dieses wählst du bei der Story aus und da drauf kommt, per Text, deine Bitte um Übungspersonen.  Dazu unbedingt ein nettes passendes GIF (animiertes Bild). Der Vorteil, wenn du ein GIF einfügst ist, dass dein Bild zu einem Video umgewandelt wird und so mehr Aufmerksamkeit als nur ein Bild erreicht. Sei kreativ bei der Auswahl der GIFs. Zack, fertig!

Dann als Story bei Instagram posten. Bei mir wird es automatisch in den Videos auf dem Handy gespeichert und ich kann ganz bequem dieses Video in der Story beim Messenger/Facebook und bei WhatsApp teilen. Dieses Video kannst du auch als Beitrag bei Facebook posten. Einfacher geht's ja nun wirklich nicht. 


2) Was nix kost, is nix wert - warum du für deine "Übungsmassagen" Geld nimmst!

Na, hast du ein flaues Gefühl im Magen, weil du für eine „Übung“ Geld nehmen sollst? Schüttel dieses Gefühl ganz schnell ab, denn an dem Spruch: „Was nix kost, is nix wert!“ ist ganz viel Wahres dran.

 

· Du hast Zeit und Geld in deine Aus- und Weiterbildung investiert.

· Du hast in einen Raum mit Massage-Equipment ausgestattet.

· Du verwendest gute Produkte die auch was gekostet haben.

· Und, du nimmst dir auch für eine Übungsmassage Zeit.

 

Diesen „Wert“ sollte der Übungskunde honorieren, denn durch das Bezahlen wird es ihm auch bewusst. Ich empfehle meinen Ausbildungsteilnehmer für eine 60-minütige Übungsmassage mindestens 25 bis 30 € zu verlangen. Klar, gerne auch mehr. Mach das ganz nach deinem Gefühl, aber biete die Massagen nicht nur für 5 oder 10 € oder gar kostenlos an! Und verliere dich nicht in Rechtfertigungen oder Erklärungen. Auch deine Übungsmassagen haben einen Wert. Punkt!

 

Geh mal kurz in dich. Ehrlich! Sind es nicht Glaubenssätze oder Überzeugungen die dich vom Tun zurückhalten?

 

· Ich kann's ja noch gar nicht richtig!

· Ich übe ja nur!

· Ich bin nicht gut genug!

 

Ja, und? Weiter? Du übst, um besser, routinierter und sicherer zu werden! Glaub mir, ob du den Griff XY 100 % richtig gemacht oder ob du die Streichungen YZ 4 x wiederholt hast, weil du überlegen musstest wie es weitergeht, merkt dein Massagekunde nicht. Bleib gelassen und lass dich nicht aus der Ruhe bringen.

 

Was, wenn ich vergesse wie es nach 15 Minuten weitergeht?

Dafür machst du dir vorab einen Plan. Ein gutes Timing deiner Massage lässt dich schon mit einem sicheren Gefühl in die Massage gehen. Und, wie gesagt, ob du nun die langsame Rückenstreichung zum 3. oder zum 4. Mal machst, merkt dein Kunde - der in die Welt der Entspannung abgetaucht ist - wirklich nicht. Meinen Zeitplan und Ablauf für eine 60-minütige Massage findest du hier. 


3) Werde "Untermieter".

Du hast zwar deine Liege und Laken etc., aber noch keinen Raum? Dann schau dich in deiner Gegend nach passenden Kooperationspartnern um. Gibt es ein

 

· Kosmetikstudio,

· Fitness-Studio,

· Yogastudio,

· Nagelstudio,

· SPA,

· Bäder,

· Physiotherapeuten,

· Heilpraktiker,

· Gesundheitszentrum,

· Hebammen,

· Ärzte,

· oä. in der Nähe?

 

Sprich diese Unternehmen an und frage, ob du dich mit deinem Massage-Angebot (zeitweise) zum Beispiel in wenig genutzte Räume einmieten kannst. Vielleicht gibt es Bedarf an einem Zusatzangebot zum Erreichen neuer Kunden? Diese Kooperation hat für dich den Vorteil, dass du keinen eigenen Raum brauchst. Du bereicherst das vorhandene Angebot. Und, du wirst vom bestehenden Kundenstamm wahrgenommen.

 

Biete zum Testen Massagen zum Sonderpreis an. Überlegt gemeinsam, ob es die Möglichkeit von  

 

· Themenangeboten (Themenwochen),

· Paketpreisen,

· Monatsangeboten, usw.

 

gibt. So haben beide Parteien was davon. Ihr nutzt Synergieeffekte und könnt zum Beispiel durch wechselseitige Flyer Kosten sparen und ihr hebt euch durch die Angebote vom Markt bzw. den Mitbewerbern ab. 


4) Biete Massage-Proben an.

· Spa-Hotels,

· Kurhotels,

· Aktivhotels oder Aktivgasthöfe,

· Landhotels oder Landgasthöfe,

· Hotels im Allgemeinen, usw.

 

haben häufig kein festes Personal für Massagen. Und dennoch soll der Übernachtungsgast aus einem vielfältigen Massage-Angebot auswählen dürfen. Das ist deine Chance. Bewirb dich als freie Mitarbeiterin auf Abruf bzw. nach Bedarf! Wichtig: Kläre vorher alle Details. Wegen einer Massage wird sich deine Anreise nicht lohnen. Also sollten schon 3 bis 4 Massagen anstehen. Es soll ja schließlich für dich "was rumkommen". 

 

...und biete nicht einfach „normale“ Massage an!

Was ist dein USP – also dein Alleinstellungsmerkmal? Was ist deine Einzigartigkeit, die du dem Hotel versprechen kannst? Sei kreativ! Mixe Musik mit besonderen Ölen. Biete besondere Düfte, spezielle Techniken oder verbinde alles und gib der Massage einen wohlklingenden Namen. Kombiniere dazu noch dein Wissen & Können, welches du aus anderen Gesundheits- oder Lebensphilosophien hast. Wie wäre es, wenn du Altbekanntes optimierst oder eben etwas ganz Neues entwickelst?

 

Verbinde, worin du gut bist und biete es an.


5) Werde mobil.

· In deiner Umgebung sind größere Firmen? Wunderbar!

· Gibt es auch Wochenmärkte, Straßenfeste, Messen 

· oder große Einkaufszentren? Na Klasse!

 

Hab den Mut und sprich die Verantwortlichen der Events, das Centermanagement oder die Personalabteilung in Firmen an. Auf einem Massagestuhl kannst du kurze Massage-Einheiten von 15 bis 20 Minuten anbieten. Dafür müssen die Kunden sich nicht ausziehen. Und wenn du Gesichts-, Kopf- und Nackenmassagen anbietest, kannst du das auch prima auf einem Hochlehner-Gartenstuhl mit Sitzauflage machen. Arbeite zum Beispiel im Gesicht mit Stein-Griffeln oder Steinkugeln, die du in einem Stövchen vorsichtig erwärmst. Das wird der Renner! Jedem Kunden gibst du dann deine Visitenkarte oder gleich den nächsten Massagetermin bei dir mit. 


6) Sei sichtbar – auch eine „einfache“ Homepage zieht Kunden an.

Eines deiner wichtigsten Marketing-Instrumente ist deine Homepage. Sie muss weder super aufwendig noch hyper-stylisch sein.

 

Meine 3 Tipps für eine gute Website:

 

1)  Finde deine Sprache!

Versuche Fremdworte, hochtrabende Begriffe oder Kunstworte zu vermeiden. Schreibe online so, wie du auch mit deiner Freundin oder Nachbarin sprechen würdest. Das ist authentisch. Klar kannst du deine Kunden duzen. Es sollte nur durchgängig sein. 

 

2) Nimm gute und stimmungsvolle Bilder, die auch zu dir passen und die ein Gefühl vermitteln.

Vor allem solltest du selbst sichtbar sein. Die Seiten-Besucher wollen einen Eindruck bekommen, in wessen Hände sie sich begeben werden. Du willst Vertrauen aufbauen.

 

3) Handyfähig?

Achte darauf, dass deine Homepage besonders für die Handynutzer optimiert ist. Ich wollte es selbst nicht glauben, aber ich habe fast 70 % der Besucher per Handy! Mach es deinen Seitenbesuchern leicht, dein Angebot, deine Telefonnummer und zum Beispiel die Öffnungszeiten zu finden.

 

Gib doch mal dein Handy mit deiner geöffneten Homepage jemanden, der deine Seite noch nie gesehen hat. Beobachte denjenigen und frage nach 10 Sekunden, was die Person wahrgenommen hat. Frage nach Details die dir besonders wichtig sind. Du wirst überrascht sein. 


7) Falle mit deinen Visitenkarten und Flyern doch mal aus der Rolle!

15 Jahre Werbung und Marketing-Erfahrung haben bei mir echt Spuren hinterlassen. Wichtig ist es, sich mit seiner Werbung von der Masse abzuheben! Ich bezweifel, dass dein DIN-Lang-Flyer im Bio-Laden neben den 10 anderen DIN-Lang-Flyern wirklich auffällt.

OK! Du machst ein besonders schönes Massage-Bild vorn drauf. Nur sieht der Flyer der Kosmetikerin oder vom Yoga-Studio ähnlich aus. Fall mit einem besonderen Format aus der Rolle und hebe dich so vom Flyer-Allerlei ab.

 

Und wer sagt, dass Visitenkarte immer Scheckkarten-Format haben müssen? Warum nicht quadratisch und gar noch mit abgerundeten Ecken? Oder gleich rund! Sei besonders!

 

Jetzt fragst du dich bestimmt, wo du die Flyer auslegen sollst? Ok, wo geht eine Zielgruppe hin? Wenn du Frauen (z.B. 30 – 50 Jahre alt) ansprechen willst, schau regional nach:

 

· Ärzten, (Frauenarzt, Zahnarzt, Kinderarzt, Ärzte allgemein), Krankenhäuser, Kurzentren, Heilpraktiker, Therapeuten, Hebammen, u.ä,

· Modegeschäft, Haushaltswarengeschäften, Einkaufcenter (schwarze Bretter), Blumenläden, Schuhgeschäfte, Bio- Läden, Reformhäuser, Buchläden, u.ä.,

· Friseure, Nagelstudios, Kosmetikstudios, Fitnessstudios, Bäder, u.ä., 

· Bäckereien, Cafès, Lebensmittelfachgeschäfte, u.ä., 

· Banken, Apotheken, Bahnhöfe, usw.

 

Wo gehst du überall hin? Da findest du bestimmt deine Wunschkundin. Auch hier, wie bei den Kooperationen, die Eigentümer ansprechen und nachfragen, ob du deine Flyer auslegen darfst. Fragen kostet zumindest nichts. 

 

Um zu wissen, welcher Auslageort am besten Kunden bringt, markiere doch die Flyer. Du wirst ja keine 1.000 Stück auslegen. Also vor dem Verteilen jeweils ein kleines Kürzel handschriftlich drauf machen und dann die Kunden danach fragen, welches Kürzel auf dem Flyer steht. Erfahrungsgemäß können sich die Kunden nicht mehr erinnern, wo sie deinen Flyer "gefunden" haben. Deswegen die Markierung.


Mein Fazit:

· Das Wichtigste beim Aufbau eines Kundenstammes ist es, aktiv zu werden.

  Warte nicht darauf, dass deine Kunden von allein an deine Tür klopfen.

· Verkauf dich nicht unter Wert und vergleiche dich nicht mit Anderen. Finde  

  deinen Weg, deine Einzigartigkeit und deine Sprache.

· Sei sichtbar und habe keine Angst, dich immer wieder mit Werbung zu zeigen. 

 

Hast du Fragen? Hast du Erfolge?

 

Schreib mir. Ich freue mich!